Kleine Gewohnheiten, dauerhafte Veränderung

Für Fredrik Fernando Austad hat Wohlbefinden nichts mit starren Routinen zu tun. Es geht vielmehr um die kleinen Momente im Alltag: ein paar bewusste Atemzüge zwischen zwei Meetings, ein Spaziergang durch die Stadt, etwas Bewegung nach einem langen Tag – oder einfach darum, kurz innezuhalten und wahrzunehmen, wie sich der eigene Körper anfühlt. Wir sprechen mit dem in Oslo lebenden Atemtherapeuten und Meditationslehrer darüber, wie sich mehr innere Ruhe in den Alltag integrieren lässt. Außerdem gibt er uns ein paar einfache Tipps für einen sanften Wiedereinstieg in die tägliche Routine.

„Unser Atem ist jederzeit verfügbar und hat gleichzeitig einen erstaunlich großen Einfluss auf unsere körperliche und mentale Gesundheit.“

Fredrik Fernando Austads Weg zur Atemarbeit begann nicht in einem Wellnessstudio, sondern in seiner Ausbildung in der Mode- und Kommunikationsbranche. „Mitte zwanzig hatte ich eine lebensverändernde Erfahrung, die meine Sicht auf vieles grundlegend verändert hat“, erzählt er. Diese Erfahrung führte ihn zunächst zur Meditation und Atemarbeit, mit denen er sich damals, wie er selbst sagt, „aus einer eher spirituellen und persönlichkeitsentwickelnden Perspektive“ beschäftigte. Einige Jahre später kam er durch die Mitorganisation eines ganzheitlich ausgerichteten Festivals erstmals intensiver mit Breathwork als eigenständiger Praxis in Berührung. Er war neugierig darauf, die Atemarbeit in sein bereits bestehendes Meditationscoaching zu integrieren, und absolvierte schließlich eine professionelle Ausbildung. „Mit der Zeit wurde die Atemarbeit zum größten Teil meiner Arbeit – und vielleicht zu einer der bereicherndsten Reisen, auf die ich mich je begeben habe.“ Was ihn bis heute beschäftigt: Etwas so Grundlegendes wie die Atmung wird uns in der Schule nicht beigebracht. „Es ist ein unglaublich einfaches Werkzeug und kann gleichzeitig so viele Bereiche unseres Lebens positiv beeinflussen.“

Jahrelange Arbeit mit Kunden sowie zahlreiche Sessions und Workshops für Unternehmen haben ihm nicht nur gezeigt, was möglich ist, sondern auch, wo Grenzen liegen. „Ungesunde Muster können durch gesündere ersetzt werden“, sagt er und beschreibt damit die Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu regulieren und zu regenerieren. Gleichzeitig betont er, dass Atemarbeit nicht isoliert betrachtet werden sollte. „Am besten funktioniert sie in Verbindung mit Bewegung, erfüllenden Beziehungen, einem Gefühl von Sinn und Ziel, Erfolgserlebnissen und echter Freude. Zusammengenommen stärken diese Dinge unsere Widerstandsfähigkeit.“

Fredriks Tipp für einen einminütigen Reset

Selbst eine einzige freie Minute zwischen zwei Meetings reicht aus. Steh auf, kreise die Schultern, atme einmal tief durch die Nase ein und stell dir vor, wie der Atem bis in die Beine und Füße fließt. Atme anschließend mit einem hörbaren Seufzer wieder aus. Wiederhole das eine Minute lang. Oder probiere den sogenannten physiologischen Seufzer: Atme tief in den Bauch ein, nimm anschließend noch einen kurzen zweiten Atemzug in den Brustkorb und atme dann langsam durch den Mund aus. „Das ist eine einfache Möglichkeit, die Aufmerksamkeit weg von den ständigen Gedanken im Kopf und zurück zum Körper zu lenken“, sagt er.

„Dein Körper ist das Gefäß, das dich durchs Leben trägt. Kümmere dich gut um ihn, und er wird sich um dich kümmern.“

Ein großer Teil von Fredriks Arbeit besteht heute darin, diese einfachen Methoden in einen ganz normalen, vollen Alltag zu integrieren - zwischen Meetings, Deadlines und dem ständigen Griff zum Smartphone. Sein liebster Reset dauert weniger als drei Minuten: Beuge dich nach vorne, stütze die Ellbogen auf den Knien ab und lege das Gesicht sanft in die Hände. Schultern und Kiefer bleiben entspannt. Atme langsam durch die Nase ein und lass dabei den Bauch weit werden. Dann spitze die Lippen und atme aus, als würdest du ganz sanft durch einen Strohhalm pusten. „Diese nach vorne geneigte Haltung schränkt die Brustatmung ganz natürlich ein und unterstützt die Arbeit des Zwerchfells“, erklärt er. Schon nach wenigen Minuten, sagt er, spüren die meisten Menschen, wie der Körper zur Ruhe kommt und die Gedanken klarer werden.

Fredrik hat gelernt zu erkennen, wann es Zeit ist, einen Gang zurückzuschalten. Eine schlechte Nacht, mehrere lange Arbeitstage am Stück, ein unruhiger Kopf oder Ungeduld wegen Kleinigkeiten sind für ihn klare Zeichen dafür, dass er sich zu viel zugemutet hat. Bewegung hilft ihm dabei, wieder ins Gleichgewicht zu kommen – ob beim Tanzen im Wohnzimmer, Radfahren, Laufen oder Krafttraining. „Unser Körper ist dafür gemacht, sich zu bewegen, und ich bin überzeugt, dass wir glücklicher sind, wenn wir es tun“, sagt er.


Dieses Bewusstsein zeigt sich auch darin, wie er sitzt und seine Umgebung gestaltet. Der Variable™ Plus hat an seinem Schreibtisch seinen Platz gefunden und unterstützt die aufrechte, offene Haltung, die für ihn mit leichterem Atmen verbunden ist. Um ihn herum stehen Bücher, Kunst, Keramik und Skulpturen – vieles davon hat er auf Reisen gesammelt oder von befreundeten Künstlern bekommen. Bevor er mit der Arbeit beginnt, räumt Fredrik immer seinen Schreibtisch auf. „Sonst ist das Chaos nicht nur im Raum. Irgendwann fühlt es sich auch so an, als wäre es in meinem Kopf.“ Für ihn bedeutet sich zu Hause zu fühlen deshalb nicht nur, innere Ruhe zu finden, sondern auch, sich in seiner Umgebung wohlzufühlen.

„Unser Körper ist dafür gemacht, sich zu bewegen, und ich bin überzeugt, dass wir glücklicher sind, wenn wir es tun.“

Diese Aufmerksamkeit für seine Umgebung zieht sich durch alle Bereiche seines Lebens. Fredrik hat schon immer eine besondere Affinität zu schönen Dingen – zu Kunst, Musik, Literatur, Architektur und zu „Dingen, die schön gemacht sind“. Seinen Arbeitsplatz gestaltet er mit derselben Achtsamkeit, die er auch seiner Atmung widmet. Bücher, Kunst, Keramik und Skulpturen füllen den Raum, in dem er arbeitet. Vieles davon stammt von befreundeten Künstlern oder von seinen Reisen, und jedes Stück ist mit einer persönlichen Erinnerung verbunden. Bevor er mit der Arbeit beginnt, räumt er seinen Schreibtisch auf. „Sonst ist das Chaos nicht nur im Raum. Irgendwann fühlt es sich auch so an, als wäre es in meinem Kopf.“

Diese Aufmerksamkeit für seine Umgebung zieht sich durch alle Bereiche seines Lebens. Fredrik hat schon immer eine besondere Affinität zu schönen Dingen – zu Kunst, Musik, Literatur, Architektur und zu „Dingen, die schön gemacht sind“. Seinen Arbeitsplatz gestaltet er mit derselben Achtsamkeit, die er auch seiner Atmung widmet. Bücher, Kunst, Keramik und Skulpturen füllen den Raum, in dem er arbeitet. Vieles davon stammt von befreundeten Künstlern oder von seinen Reisen, und jedes Stück ist mit einer persönlichen Erinnerung verbunden. Bevor er mit der Arbeit beginnt, räumt er seinen Schreibtisch auf. „Sonst ist das Chaos nicht nur im Raum. Irgendwann fühlt es sich auch so an, als wäre es in meinem Kopf.“